Worum geht´s?
Am 15. August jährt sich erneut zum fünften Mal die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan. Seitdem gehören Angst, Genderapartheid und systematische Verfolgung zur Lebensrealität vieler Menschen in Afghanistan. Die Auswirkungen reichen bis nach Deutschland: Afghanische Menschen in der Diaspora erleben Unsicherheiten, Sorgen um Angehörige, transnationale Repression sowie neue Herausforderungen durch politische Entwicklungen wie die Zusammenarbeit deutscher Behörden mit den Taliban.
Unter anderem zu Zwecken der Identitätsklärung und um die Ausweitung von Abschiebungsmaßnahmen voranzutreiben wird trotz offizieller Nicht-Anerkennung mit dem Terrorregime zusammengearbeitet.
In Schleswig-Holstein leben etwa 20.000 Afghan*innen (Stand 2024) sowie schätzungsweise weitere 3.000 bis 4.000 deutsche Staatsbürger*innen, die der afghanischen Diaspora angehören. Viele von ihnen sind unmittelbar oder mittelbar sowohl von der Lage in Afghanistan als auch von der aktuellen politischen Situation in Deutschland betroffen ? etwa durch die Übergabe der Konsulate in Bonn, Berlin und München an die Taliban oder durch die in jüngster Zeit vermehrt stattfindenden Abschiebungen nach Afghanistan - auch von nicht verurteilten Straftäter*innen.
Gleichzeitig droht Afghanistan aus dem öffentlichen und politischen Fokus zu geraten. Der Afghanische Stammtisch Schleswig-Holstein, die Landesbeauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein sowie der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein laden deshalb herzlich zur Konferenz ein, um ein klares Zeichen zu
setzen: Wir stehen solidarisch an der Seite der afghanische Community in Schleswig-Holstein! Die Konferenz soll einen Raum schaffen, in dem politische, zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Akteur*innen zusammenkommen, um sich gemeinsam über die genannten Herausforderungen auszutauschen, Perspektiven zu diskutieren und eine vernetzte Struktur für eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen. Eingeladen sind Politiker*innen, insbesondere migrationspolitische Sprecher*innen der Fraktionen, Vertreter*innen aus Verwaltung, Menschenrechtsorganisationen, Wohlfahrtsverbänden, afghanische Vereine in Schleswig-Holstein sowie Ehrenamtliche und die interessierte Öffentlichkeit.